Wolfgang Ischinger hat völlig recht, dass er die Debatte um Grönland auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) als «Zirkus» bezeichnet. «Anders kann man es nicht nennen», sagte der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz im ZDF-«Morgenmagazin». So hätte es stattdessen verstärkt um wichtigere Themen gehen müssen als um eine Insel, die zwar strategisch bedeutsam sein mag, dennoch aktuell keine geopolitische Brisanz auslöst.
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Auf demselben Weltwirtschaftsforum im selben Davos hielt der argentinische Präsident eine beeindruckende, aber völlig unbeachtete Rede. Javier Milei verteidigt den freien Kapitalismus als moralisch und gerecht, weil er auf Leben, Freiheit und Eigentum baut und Unternehmergeist, Innovation und Wohlstand erst möglich macht.
Gleichzeitig verurteilt er den Sozialismus in all seinen Spielarten – ausdrücklich auch den Wokismus – als Ideologie, die Menschen arm macht, ihre Freiheit untergräbt und ganze Gesellschaften zerstören kann.
Bedeutend ist die Rede, weil in Davos sonst meist mehr Staat, mehr Regulierung und mehr «Agenda» gefordert werden, wie «The Great Reset» des ehemaligen Chefs des WEF, Klaus Schwab. Milei stellt sich dem offen entgegen und ruft den Westen zur Rückkehr zu seinen Freiheitswerten auf. Er zeigt am Beispiel Argentiniens, dass ein radikaler Bruch mit Sozialismus, Schuldenpolitik und Überregulierung möglich ist und dass Freiheit nicht nur ein Ideal, sondern ein praktischer Weg aus Krise und Verfall sein kann.
Und auch wenn Wolfgang Ischinger mit seiner einseitigen Positionierung beim Thema Ukraine auf dem Holzweg ist, so hat er in dem Punkt recht, dass beim WEF die Prioritäten falsch gesetzt worden sind. Gerade die flammende Rede Mileis über Kapitalismus, Individualismus und Eigenverantwortung hätte im Vordergrund von Davos stehen müssen. Doch auf die freiheitliche Grundsatzrede des argentinischen Präsidenten gab es de facto keine Reaktionen.