Die vom Bund geforderte Frauenquote in Sportverbänden bleibt weitgehend wirkungslos. Weniger als 40 Prozent der nationalen Verbände erfüllen die Vorgabe, wonach mindestens 40 Prozent der Vorstandsmitglieder weiblich sein müssen – dies trotz drohender Kürzungen bei den Fördergeldern. Die Initiative war 2022 unter der damaligen Sportministerin Viola Amherd lanciert worden, umgesetzt wird sie bisher nur schleppend.
© KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Gemäss Recherchen der NZZ halten sich mehr als die Hälfte der 86 nationalen Sportverbände nicht an die Quotenregel. Welche Verbände genau betroffen sind, wird vom Bundesamt für Sport (Baspo) nicht offengelegt. Laut Schätzungen sind es vor allem grosse Organisationen wie die Ski-, Fussball- und Eishockeyverbände, die immerhin konform sind. Beim Fussballverband wurde mit Aline Trede im Juni 2024 erstmals eine Frau in den Vorstand gewählt – 129 Jahre nach der Verbandsgründung.
Kürzungen bei den Bundesgeldern gab es bislang dennoch keine. Stattdessen bevorzugt das Baspo laut NZZ eine weiche Umsetzung: Entscheidend sei, dass die Quote in den Statuten verankert sei – die reale Umsetzung könne nachgelagert erfolgen.