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Franziskus, Mann des Friedens: Der Papst war eine Stimme der Vernunft – und ein Dorn im Auge der Kriegstreiber

Trauer ist eingekehrt: Die Schweizer Fahne auf dem Bundeshaus West in Bern steht seit Montag auf halbmast. Der Tod von Papst Franziskus, Oberhaupt von mehr als 1,4 Milliarden Katholiken weltweit, bewegt.

Auf einmal sind sich fast alle einig: Der Pontifex war ein ganz grosser. Post mortem wird er in den Himmel hochgelobt. Schon beinahe vergessen sind die Prügel, die Franziskus – dieser irdische Vertreter Gottes – in den letzten Jahren immer wieder einstecken musste. Davon gab es jede Menge.

Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
A portrait of the late Pope Francis is projected onto a water fountain at Magic Water Circuit in Lima, Peru, Monday, April 21, 2025
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So etwa im Frühjahr 2024, als er die Ukraine dazu aufforderte, Friedensverhandlungen mit Russland aufzunehmen. Sofort war in Medien und Politik die Hölle los. Von Brüssel bis Kiew.

Später im selben Jahr griff er ebenso mahnend in den Nahostkonflikt ein und verlangte, Israels Angriffe im Gazastreifen unter die Lupe zu nehmen wegen «Völkermord»-Vorwürfen. Wieder war die Hölle los. Diesmal von Washington bis Tel Aviv.

Die Gründe waren stets ähnliche: Franziskus trat wie kaum ein zweiter für Frieden ein. Selbst mit fragiler Stimme wie am vergangenen Wochenende, als sein Zeremonienmeister Diego Ravelli die Osterbotschaft auf dem Petersplatz verlesen musste.

«Ich appelliere an die Kriegsparteien, das Feuer einzustellen», sagte er mit Blick auf den Nahost-Konflikt. Der Ukraine wünschte Franziskus, dass dem Land das «österliche Geschenk des Friedens» zuteilwerde.

Während Politiker die Kriegstrommeln weiter anrührten und Feindbilder schürten, blieb der Papst stets eine Stimme der Vernunft.

«Den leidenden Christen in Palästina und Israel wie dem gesamten israelischen und palästinensischen Volk bekunde ich meine Nähe», sagte er noch einen Tag vor seinem Tod.

Deeskalation und Völkerverständigung lautete das Motto von Jorge Bergoglio, der sich von keiner Partei vereinnahmen liess. Die Botschaft könnte aktueller nicht sein.

Weniger Gefallen daran fand man in den Regierungsvierteln in Brüssel, Kiew und Washington, wo Friedensapostel in Zeiten neuer Kalter Krieger keinen Platz haben. Der Tod des zuletzt schwerkranken Papstes ist ein grosser Verlust.

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