Die Asiatische Nadelameise ist erstmals in Deutschland nachgewiesen worden – Forscher warnen vor einer potenziell gefährlichen invasiven Art. Dies teilten die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung und die Universität Hohenheim mit.
Die Entdeckung gelang im Stuttgarter Rosensteinpark, wo Forscher eine vollständige Kolonie mit Nachwuchs identifizierten. Der Fund deutet darauf hin, dass sich die Art bereits lokal etabliert hat und überwintern kann.
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Die Europäische Union stuft die Ameise als besonders problematisch ein und nahm sie 2025 in die Unionsliste invasiver gebietsfremder Arten auf, deren weitere Ausbreitung aktiv verhindert werden soll. Stiche der Ameise können allergische Reaktionen bis hin zu lebensgefährlichen Schocks auslösen. Zudem sind invasive Ameisenarten weltweit dafür bekannt, Ökosysteme zu verändern, einheimische Arten zu verdrängen und Schäden in Gärten sowie Grünanlagen zu verursachen.
Die Art stammt ursprünglich aus Ostasien. Optisch unterscheidet sich die Art durch hell gefärbte Mundwerkzeuge und Beine von heimischen Ameisen, was jedoch meist nur für Fachleute eindeutig erkennbar ist. Die Verbreitung erfolgt häufig unbemerkt über Warenströme, während steigende Temperaturen die Ausbreitung zusätzlich begünstigen. Erstmals ausserhalb ihres natürlichen Lebensraums wurde sie 1932 im Südosten der USA nachgewiesen, vermutlich eingeschleppt über den internationalen Handel mit Pflanzen. In den Vereinigten Staaten breitete sie sich in mehreren Bundesstaaten aus und verdrängte dort einheimische Ameisenarten.
In Europa wurde die Asiatische Nadelameise erstmals 2020 in Neapel entdeckt, später auch in weiteren Regionen Italiens, unter anderem am Comer See.