Kommt es zu einem Friedensschluss in der Ukraine, rechnet Finnland mit einer massiven Verlegung russischer Truppen an die Nato-Ostgrenze. «Es ist offensichtlich, dass sie ihre Streitkräfte nahe unserer Grenze und der Ostsee-Grenzen stationieren werden», sagte Ministerpräsident Petteri Orpo in einem Interview mit der Financial Times. Trotz möglicher Verhandlungen bleibe Moskau für Helsinki die zentrale Bedrohung.
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Vor dem ersten Ostflanken-Gipfel, den Finnland mit sieben weiteren Nachbarstaaten Russlands und Belarus’ heute veranstaltet, fordert Orpo mehr Geld für gemeinsame Verteidigungsausgaben. Die betroffenen Länder, darunter Polen, Litauen und Estland, planen bereits Verteidigungsausgaben von über 5 Prozent des BIP – deutlich mehr als die unter Donald Trump geforderte 2-Prozent-Grenze.
«Wir brauchen finanzielle Unterstützung aus Brüssel», so Orpo. Die östlichen Nato-Staaten wollen sich bei Luftverteidigung, Drohnen und Bodentruppen stärker koordinieren. Ein weiteres Ziel sei die Verbesserung der militärischen Mobilität in Europa.
Gleichzeitig wächst in den baltischen Staaten die Sorge, der Westen könnte sich nach einem Ukraine-Deal zurücklehnen. Orpo warnte: «Selbst wenn es Frieden in der Ukraine gibt, bleibt Russland eine Bedrohung.»