Der frühere finnische Präsident Sauli Niinistö fordert die europäischen Regierungschefs auf, wieder direkt mit Russland zu sprechen. Das sagte Niinistö dem finnischen Rundfunksender Yle bei einer Veranstaltung in Helsinki. Anlass waren die laufenden Gespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und Wladimir Putin über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs.
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«Es ist in gewisser Weise eine absurde Situation, dass die Europäer sagen, dass sie nicht mit dem Kriegsverbrecher Putin sprechen», sagte Niinistö. Stattdessen rede Trump mit Putin, während die Europäer später erfahren müssten, worüber gesprochen worden sei.
Niinistö warnte davor, dass in Washington und Moskau «über Europas Kopf hinweg über Europa gesprochen» werde. Es sei klüger, wenn die europäischen Staaten selbst das Gespräch suchten.
Der 2012 bis 2024 amtierende Präsident galt lange als wichtiger Vermittler zwischen der EU und dem Kreml. Finnland hat als EU- und Nato-Mitglied die längste Grenze zu Russland. Niinistö hatte auch nach Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 versucht, den Kontakt zu Putin aufrechtzuerhalten.