Immer mehr Details aus der tödlichen Silvesternacht in Crans-Montana dringen an die Öffentlichkeit. Nach Medienberichten befand sich Jessica Moretti, die Frau des Wirts Jacques Moretti, im unteren Stock der Bar «Le Constellation», als der Brand dort ausbrach. Sie soll bei einer ersten Einvernahme ausgesagt haben, dass sie die Gäste aufgefordert habe, das Lokal zu verlassen. Sie selbst sei danach nach oben gestürmt, um den Notruf sowie ihren Ehemann zu alarmieren.
Gestützt auf Quellen von Einheimischen aus Crans-Montana hat die Weltwoche die Frage in den Raum gestellt, ob die Wirtin auf einem der im Internet kursierenden Videos zu sehen sei. Darauf ist eine Frau in einem schwarzen Paillettenkleid ersichtlich, deren Signalemente (Statur, Haare) zur Wirtin passen könnte. Sie bewegt sich zielbewusst an einen Ort, von wo aus sie einen letzten Blick in die Richtung des sich ausweitenden Feuers wirft. Danach macht sie rechtsumkehrt und verlässt unverzüglich das Untergeschoss über die Treppe. Die Musik läuft dabei weiter.
Weitere Bilder aus den letzten Minuten vor der Katastrophe lassen zudem die Vermutung zu, dass die Wirtin Teil des Trosses war, der die Champagnerflaschen mit den Feuerfontänen durchs Lokal trug. Von hinten ist eine Frau zu sehen, deren Äusserlichkeiten (Kleid und Haare) zu jener Frau des erwähnten Videos passen könnten. Sie trägt in der linken Hand eine Flasche mit Kerze, in der rechten ein Handy, mit dem sie das fatale Feuerkommando von hinten filmt.


Auf dem Bild ist zu sehen, dass über ihr der Schaumstoff an der Decke bereits Feuer gefangen hat. Sehr wahrscheinlich ausgelöst von den Fontänen auf den Flaschen, die von einer Mitarbeiterin, auf den Schultern eines Kollegen sitzend, im vorderen Teil des Trosses getragen wird. Auffallend sind die schlanken, etwas knöchernen Finger der Frau, die zur Hand von Jessica Moretti passen könnten, wie wiederum Bilder des Wirtepaars vor der Einvernahme bei der Walliser Staatsanwaltschaft am 9. Januar 2026 zeigen.

Entsprechende Hinweise und Informationen könnten bei einem allfälligen Prozess gegen die Wirtin eine wichtige Rolle spielen. Zum einen könnten sie dazu beitragen, ihre Aussagen über die Vorgänge in der Bar zumindest zu spiegeln. Zum anderen könnte sich ihr Verhalten, was sie in den entscheidenden Sekunden getan oder eben nicht getan hat, auf ein allfälliges Strafmass auswirken. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.