Der Kreml unterstützt laut einem Bericht eine Desinformationskampagne zur Unterstützung des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán vor der Parlamentswahl im April. Ziel sei es, Orbáns Partei Fidesz im Wahlkampf zu stärken. Dies berichtet die Financial Times.
Gemäss dem Bericht zufolge soll die kremlnahe Medienberatung Social Design Agency eine Kampagne organisiert haben, bei der soziale Netzwerke mit Botschaften zugunsten Orbáns bespielt werden. Inhalte würden in Russland erstellt und über einflussreiche ungarische Persönlichkeiten verbreitet.
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In dem Konzeptpapier wird Orbán als «starker Führer mit globalen Freunden» dargestellt, der die Souveränität Ungarns sichern könne. Sein wichtigster Herausforderer Péter Magyar von der Oppositionspartei Tisza wird dagegen als «Brüssel-Puppe ohne externe Unterstützung» beschrieben. Der Plan sieht zudem sogenannte Informationsangriffe gegen Magyar vor.
Die Social Design Agency steht seit 2024 auf Sanktionslisten der USA, Grossbritanniens und weiterer westlicher Staaten. Laut den Behörden war sie zuvor an der Onlinekampagne «Doppelgänger» beteiligt, bei der gefälschte Nachrichten und KI-generierte Inhalte verbreitet wurden.
Laut Bericht soll die Kampagne bewusst nicht direkt mit der ungarischen Regierung abgestimmt worden sein, um den Eindruck russischer Einflussnahme zu vermeiden. Stattdessen sollten Inhalte über lokale Vermittler und Influencer verbreitet werden.
Russlands Botschafter in Budapest, Jewgeni Stanislawow, wies Vorwürfe einer Einmischung zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte laut Bericht, es handle sich wahrscheinlich um falsche Schlussfolgerungen auf Grundlage eines «Fake». Auch die ungarische Regierung bestritt eine russische Einflussnahme und bezeichnete die Vorwürfe als «linke Fake-Anschuldigung».