Die globale Automobilindustrie hat im vergangenen Jahr Verluste von mindestens 65 Milliarden Dollar durch Elektrofahrzeuge erlitten, berichtet die Financial Times. Hersteller weltweit sehen sich gezwungen, ihre ambitionierten Pläne für Elektrofahrzeuge (EV) zu überarbeiten, und setzen wieder verstärkt auf Verbrennungs- und Hybridmotoren. Besonders Unternehmen, die am stärksten auf den rein elektrischen Antrieb gesetzt haben, leiden nun unter massiven Abschreibungen.
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An der Spitze dieser Entwicklung steht Stellantis: Der Konzern hinter Marken wie Peugeot, Fiat und Jeep verbuchte eine Belastung von 26 Milliarden Dollar, um Elektroprojekte zu stoppen und populäre V8-Verbrennungsmotoren sowie Dieselmodelle wiederzubeleben. Auch Branchenriesen wie Ford, General Motors und Volkswagen mussten zweistellige Milliardenbeträge auf ihre EV-Programme abschreiben.
Experten machen hierfür neben der Rücknahme von Klimaregulierungen unter US-Präsident Donald Trump auch fehlende Ladeinfrastruktur und zu hohe Preise verantwortlich. Während die Industrie zuvor davon ausging, dass E-Autos den Markt dominieren würden, erwarten Führungskräfte für die USA nun nur noch einen Marktanteil von etwa 5 Prozent in den kommenden Jahren.
Selbst Tesla bleibt von dieser Abkühlung nicht verschont und stellte die Produktion seiner Oberklasse-Modelle S und X ein. Während Konzerne wie Honda jährliche Milliardenverluste durch ihre E-Sparte prognostizieren, versuchen andere wie Ford, durch eine flexible Strategie aus Benzinern, Hybriden und Elektroautos weltweit Kundenwünsche «herauszupicken».