Nach Sabotage am Bahnnetz und gewaltsamen Protesten gegen die Olympischen Winterspiele in Mailand/Cortina hat Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni scharf reagiert. In einem Social-Media-Beitrag machte sie nicht näher benannte Täter sowie Olympia-Gegner verantwortlich: «Dann gibt es sie, die Feinde Italiens und der Italiener, die gegen die Olympischen Spiele demonstrieren – Bilder, die weltweit im Fernsehen gezeigt werden. Und andere, die Kabel durchtrennen, um Züge an der Abfahrt zu hindern.»
GIUSEPPE LAMI / KEYSTONE
Die italienische Bahn Ferrovie dello Stato meldete am Samstag «massive Schäden an der Eisenbahninfrastruktur», die auf Sabotage zurückzuführen seien. Unter anderem sei bei Pesaro eine Weiche in Brand gesetzt worden. Wenige Stunden später wurden auf der Strecke Bologna–Venedig Signalkabel beschädigt, was zu erheblichen Verspätungen führte.
Nur kurz zuvor waren die Olympischen Winterspiele offiziell eröffnet worden. Ein Zusammenhang liegt für Italiens Regierung nahe. Verkehrsminister Matteo Salvini erklärte, die Sabotageakte erinnerten an die Brandanschläge auf französische Bahnstrecken unmittelbar vor den Sommerspielen in Paris 2024. «Diese Taten sind besorgniserregend und verursachen grosse Störungen für Tausende Reisende», so das Ministerium in einer Stellungnahme.
Gleichzeitig gingen am Samstag in Mailand Hunderte Demonstranten gegen das Grossereignis auf die Strasse. Die Kundgebungen richteten sich gegen Umweltbelastung, Kommerzialisierung und staatliche Kosten der Spiele. Laut BBC kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, sechs Personen wurden festgenommen. Videoaufnahmen zeigten Feuerwerkskörper und Rauchbomben. Die Regierung spricht von gezielten Störversuchen, die Italiens internationales Ansehen schädigen sollen.
Several thousand anti-capitalist and anti-fascist protesters took to the streets in Milan against the Olympics. Clashes erupted with police as demonstrators condemned the presence of the Israeli and US teams — and Trump’s fascistic ICE being brought in alongside them. pic.twitter.com/WzMifOs3YY
— red. (@redstreamnet) February 8, 2026