Fast jeder zweite Bürgergeld-Empfänger sieht laut einer Studie keinen Nutzen in Terminen beim Jobcenter. Wie die Bertelsmann-Stiftung mitteilt, sagen 47 Prozent der befragten Langzeitarbeitslosen, dass ihnen die Gespräche «nichts bringen» und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nicht verbessert worden seien.
Gleichzeitig fällt die Bewertung der Mitarbeitenden überwiegend positiv aus. Mehr als zwei Drittel der Befragten zeigen sich zufrieden mit der Arbeit der Jobcenter, 72 Prozent halten die Mitarbeiter für «kompetent». Dennoch sehen viele Defizite bei der eigentlichen Vermittlung in Arbeit. «Beratung und Vermittlung sind Kernaufgabe der Jobcenter. Vermittlungshemmnisse müssen abgebaut werden», erklärte Arbeitsmarktexperte Tobias Ortmann.
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Laut der Studie haben 46 Prozent der Betroffenen mehrere Vermittlungshemmnisse, etwa gesundheitliche Probleme oder fehlende Qualifikationen. Die Autoren empfehlen deshalb mehr Coaching, Weiterbildung und konkrete Stellenangebote. Zugleich sprechen sie sich dafür aus, bei Arbeitslosen ohne solche Hürden stärker auf eine schnelle Arbeitsaufnahme zu drängen.
Neben der Vermittlung nennen die Befragten weitere Kritikpunkte. 39 Prozent berichten von schlechter Erreichbarkeit der Berater, 44 Prozent beklagen vor allem Forderungen statt Unterstützung. Rund 60 Prozent geben hingegen an, gezielt Hilfe zu erhalten.
Für die Untersuchung wurden mehr als 1000 Arbeitslose im Alter von 25 bis 50 Jahren befragt, die seit mindestens einem Jahr Bürgergeld beziehen.