Dass die Europäische Kommission einen Schweizer Bürger wie den Generalstabsobersten Jacques Baud mit aller Härte bestraft, weil er eine andere Meinung vertritt als Ursula von der Leyen und Kaja Kallas, ist ein Fanal. Es sollte jedem zu denken geben. Denn der Gesinnungsterror kann jeden treffen.
Die abschätzige Schadenfreude, die zum Teil sogar aus offiziellen Statements wie demjenigen des schweizerischen Verteidigungsdepartements spricht, man habe «mit dem Herrn nichts zu tun», ist deshalb nicht nur höchst unprofessionell, sondern auch strohdumm.
Der Kern der Meinungsäusserungsfreiheit besteht ja gerade darin, dass sie für alle gilt, egal, ob einem die Meinung eines anderen passt oder nicht.
Wer es jetzt ganz in Ordnung findet, dass ein angeblich Russland-freundlicher Militäranalyst vom EU-Machtapparat abgestraft wird, ist gefangen in seinem politisch-ideologischen Korsett und denkt nicht über seine Nasenspitze hinaus.
Ein Regime, das Menschen verfolgt und bestraft, weil sie seinen politischen Vorgaben nicht folgen, ist autoritär. Diese autoritären Methoden sind an sich das Problem. Schon morgen können sie sich gegen jene richten, die heute schadenfreudig grinsen. Und auch gegen jene, die sich heute nicht für das Grundrecht auf freie Meinungsäusserung wehren.
Wer jetzt nicht seine Stimme erhebt, macht sich zum Komplizen des Unrechts, das diese offenbar ausser Rand und Band geratene EU anrichtet. Wer jetzt nicht seine Stimme erhebt, kann schon bald selbst ein Klebeband vor dem Mund haben.