«Sie tragen jetzt ein Messer auf sich?», fragt der Reporter. «Genau», sagt der Ex-Neonazi. «Beruhigend», entgegnet der Reporter. Es ist nur ein Moment in einem langen Gespräch in Berlin, aber er steht sinnbildlich für die Welt, aus der Erik Ahrens kommt – und die er hinter sich gelassen haben will. Noch vor kurzem war er einer der führenden Köpfe der Identitären Bewegung, entwarf mit Martin Sellner einen «Masterplan Remigration», half der AfD, Maximilian Krah zum Tiktok-Star zu -machen, und sprach intern von einer «neuen SS». Jetzt bricht er mit der Szene und packt aus: über das «Geheimtreffen» in Potsdam im November 2023, wo er eine Rede hielt und wie es wirklich war. Ahrens spricht über die Mechanismen der Radikalisierung, das Spiel mit Angst und Sprache und darüber, warum er heute vieles davon für einen Irrweg hält. Ein Mann, der das Herz der Szene kannte und ein wandelndes Beispiel dafür ist, wie gefährlich und selbstzerstörerisch sie ist. Seite 30
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Um die berühmt-berüchtigte New Yorker Hip-Hop-Formation Wu-Tang Clan ranken sich Mythen. Eine, die den neun Rappern jahrelang in die Seele geblickt hat, ist Eva Ries. Die Deutsche hat den Clan in den neunziger Jahren von Amerika aus auf der ganzen Welt berühmt gemacht. Benjamin Bögli traf die Managerin in New Jersey und sprach mit ihr über den Reiz, als weisse Frau in einer von schwarzen Männern dominierten Welt zu arbeiten. «Ich empfand die Jungs als lebensfroh und witzig», sagt Ries. Seite 46
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