EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen hat die Abkehr von der Atomenergie als «strategischen Fehler» bezeichnet. Dies berichtet die Zeitung Die Welt.
Die Kommissionschefin sagte dies auf einem internationalen Treffen zur Zukunft der Kernenergie in Paris. Dort kommen Vertreter von rund dreissig Staaten zusammen, um über die Rolle der Atomkraft in der künftigen Energieversorgung zu beraten.
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Gastgeber Frankreich nutzt das Treffen dazu, für eine Renaissance der Kernenergie zu werben. Präsident Emmanuel Macron will den Ausbau der Technologie in Europa und weltweit vorantreiben. Paris argumentiert, Kernkraft sei eine stabile und emissionsarme Energiequelle und damit ein wichtiger Baustein für die Dekarbonisierung der Wirtschaft.
Frankreich drängt deshalb darauf, Atomenergie in der Europäischen Union regulatorisch stärker mit erneuerbaren Energien gleichzustellen – auch beim Zugang zu Fördergeldern und Finanzierungen. Die Regierung in Paris plant derzeit den Bau von sechs neuen Reaktoren und prüft zusätzlich weitere Projekte. Ziel ist es, die alternde Reaktorflotte zu erneuern und die Rolle der Kernenergie im französischen Energiemix langfristig zu sichern.