Die Europäische Union und Indien haben die Verhandlungen über eine neue Freihandelszone abgeschlossen. EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen und Indiens Premierminister Narendra Modi verkündeten die Einigung in Neu-Delhi. Beide Seiten bezeichneten das Abkommen als «Mutter aller Abkommen».
Durch den Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen deutlich wachsen. Ziel ist es, Wachstum und Arbeitsplätze zu fördern und Abhängigkeiten von anderen Staaten zu verringern. Angesichts der Zollpolitik der USA und des wachsenden Einflusses Chinas gilt das Abkommen auch als geopolitisch bedeutsam.
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Von der Leyen erklärte: «Die EU und Indien schreiben heute Geschichte und vertiefen die Partnerschaft zwischen den grössten Demokratien der Welt.» Man schaffe eine Freihandelszone mit rund zwei Milliarden Menschen und sende das Signal, dass regelbasierte Zusammenarbeit weiterhin hervorragende Ergebnisse liefere.
Gemäss EU-Angaben profitieren vor allem Industriebranchen. So sollen indische Zölle von bis zu 110 Prozent auf Autos für ein jährliches Kontingent schrittweise auf 10 Prozent sinken, Abgaben auf Autoteile ganz entfallen. Empfindliche Agrarbereiche bleiben ausgenommen. Die EU-Kommission teilte mit: «Empfindliche europäische Agrarsektoren werden vollständig geschützt».
Bis zur Unterzeichnung muss der Vertragstext noch geprüft, übersetzt und von den EU-Staaten sowie dem Europäischen Parlament gebilligt werden.