Ein von der EU koordinierter Inspektionstrupp wartet seit Wochen auf die Genehmigung aus Kiew, den Ort eines Angriffs auf die Druschba-Ölpipeline zu untersuchen. Dies berichtet Euractiv. Die Leitung transportiert russisches Öl nach Ungarn und in die Slowakei. Eine Freigabe für den Einsatz vor Ort steht bislang aus.
Martin Divisek/DPA/Keystone
Ein EU-Diplomat sagte: «Wir haben kein klares Bild davon, was die Ukraine hier beabsichtigt.» In diplomatischen Kreisen wird das Vorgehen Kiews als «nicht klug», «ein Rätsel» und «unklar» beschrieben. Gleichzeitig wächst die Ungeduld auch gegenüber Ungarn. Ministerpräsident Viktor Orbán blockiert einen bereits vereinbarten EU-Kredit über 90 Milliarden Euro und erklärte dazu: «Kein Öl = kein Geld».
Ein Diplomat sagte zudem: «Wenn Druschba freigegeben wird, gewinnen alle Seiten.» Ein anderer erklärte: «Der einzige Ausweg aus dieser Pattsituation ist, die Lage vor Ort zu prüfen und dort zu sehen, was die Wahrheit ist.»
Ein Diplomat sagte, es sei nachvollziehbar, keine Infrastruktur zu reparieren, die die Kriegsführung der Gegenseite finanziere. «Auf menschlicher Ebene kann man verstehen, warum man etwas reparieren sollte, das die Kriegsmaschinerie der anderen Seite finanziert», sagte er. «Es ist eine absurde Situation.» Ein weiterer Diplomat betonte: «Es ist ein Land im Krieg.»
Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich grundsätzlich offen für technische Unterstützung gezeigt und erklärte: «Ich begrüsse und akzeptiere Ihr Angebot der notwendigen technischen Unterstützung und Finanzierung, um die Reparaturarbeiten abschliessen zu können.»