Manfred Weber mit Kettensäge? Eher nicht. Aber immerhin kreischt er wie eine Säge im Hochbetrieb.
Laut hat er sich über die EU beschwert. Ausgerechnet er, Chef der Europäischen Volkspartei und mächtiger Strippenzieher in Brüssel.
«Die Hütte brennt», beschwor er Redakteure der Bild-Zeitung und beklagte die Uneinigkeit der EU. Immerhin hatte er dafür schnell einen Schuldigen gefunden: Ungarns Viktor Orbán, der alles blockiere.
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Natürlich sprach er auch über den Hit des Monats, das derzeitige Lieblingsthema deutscher Politiker: den Bürokratieabbau. «Wild entschlossen» sei er, das Problem anzugehen. Nicht mit der Kettensäge, nicht mit der Axt, sondern «mit der Brechstange». Denn: «Wir haben den Schuss verstanden.»
Nun ja, einen Schuss hört man, und eine Brechstange ist das falsche Werkzeug. Aber wir wollen nicht kleinlich sein, denn Zweifel sind angebracht, ob Weber es wirklich ernst meint.
Schliesslich haben er und seine Partei jedem bürokratischen Unfug zugestimmt, den Kommission oder Parlament ausgeheckt haben.
Der Brandstifter plötzlich als Feuerwehrmann? Da ist die Hütte bald ganz abgebrannt.