Die EU-Kommission will im Rahmen des Europäischen «Green Deal» das Verpackungsrecht weiter verschärfen – betroffen könnten nun auch Plastik-Blumentöpfe sein. Laut einem Entwurf sollen Pflanztöpfe künftig als Verpackungen gelten, sofern sie dem Verkauf dienen und nicht dauerhaft in Gärtnereien bleiben, berichtet T-Online. Damit würden für Händler Anmeldepflichten und zusätzliche Kosten bei Rücknahmesystemen entstehen.
Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) soll helfen, Müllmengen zu reduzieren und Mehrwegverpackungen zu fördern. Bis 2030 sind nach dem Plastiktütenverbot von 2022 weitere Kunststoffprodukte betroffen. Die Kommission zieht laut Entwurf eine Grenze bei zehn Zentimetern Höhe: Nur grössere Pflanztöpfe, die im Produktionszyklus verbleiben, sollen nicht als Verpackung gelten.
Kritik kommt vom Zentralverband Gartenbau (ZVG). Dessen Vize-Generalsekretär Hans Joachim Brinkjans sagte: «Die Auslegung der Kommission ist überraschend sehr weit gefasst und deckt sich nicht mit der Listung von Blumentöpfen im Anhang der EU-Verpackungsverordnung.»
Als Alternativen werden kompostierbare Materialien, Papplösungen oder Mehrwegsysteme diskutiert. Letztere wären jedoch teuer und logistisch aufwendig. Auch Tontöpfe oder Terrakotta gelten zwar als ökologischer – sind aber schwer, bruchanfällig und damit kaum praktikabel für den Massenhandel.