Das europäische Parlament und der Rat haben sich auf eine Reduzierung der Nachhaltigkeitsauflagen für Unternehmen geeinigt. Dies berichten mehrere Medien. Die Entlastung geht über den Vorschlag der Kommission hinaus, bleibt jedoch hinter den weitreichenden Kürzungen zurück, die eine rechte Parlamentsmehrheit zuvor gefordert hatte.
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EVP-Unterhändler Jörgen Warborn sagte Euractiv: «Wir liefern tatsächlich beim Green Deal. Bisher gab es ‚green‘, aber keinen ‚deal‘. Das ist ein Gewinn für die Wettbewerbsfähigkeit und ein Gewinn für Europa.» Pascale Piera von der Fraktion Patriots of Europe bewertete das Ergebnis hingegen als «Todesstoss» für den Green Deal. Durch die Streichung der Pflicht zu Klimatransitionsplänen «ist es uns gelungen, das zentrale Symbol des Green Deal zu Fall zu bringen – und das ist zwangsläufig ein Schub für die Wirtschaft», sagte sie.
Laut dänischer Ratspräsidentschaft würden mit den neuen Grenzwerten mehr als 85 Prozent der Firmen, die bisher unter die Regeln gefallen wären, künftig nicht mehr erfasst. Die Berichtspflicht gilt nur noch für Unternehmen mit über 1’000 Beschäftigten und mehr als 450 Millionen Euro Umsatz. Die Sorgfaltspflichten greifen erst ab 5’000 Beschäftigten und 1,5 Milliarden Euro Umsatz.