Die EU hat den vollständigen Importstopp für Gas aus Russland endgültig beschlossen. Bis spätestens 1. November 2027 sollen sämtliche Lieferungen – über Pipelines wie auch in Form von Flüssigerdgas (LNG) – eingestellt werden. 24 der 27 Mitgliedsländer stimmten für die entsprechende Verordnung, womit die notwendige Mehrheit erreicht wurde. Zuvor hatten Unterhändler des Europaparlaments und der Mitgliedsstaaten im Dezember eine Einigung erzielt.
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Die EU-Kommission erklärte laut eigener Analyse, die Versorgungssicherheit in Europa sei durch den Schritt nicht gefährdet. Auf dem Weltmarkt gebe es ausreichend alternative Anbieter, hiess es aus Brüssel. Verbraucher müssten sich daher keine grösseren Sorgen über stark steigende Gaspreise machen.
Mit dem nun beschlossenen Verbot will die EU ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen dauerhaft beenden. Noch im Jahr 2025 importierte die EU laut Eurostat Flüssigerdgas aus Russland im Wert von rund 4,5 Milliarden Euro.
Anders als Sanktionen, die alle sechs Monate einstimmig verlängert werden müssen, gilt der Importstopp dauerhaft. Eine Sicherheitsklausel erlaubt Ausnahmen, falls die Versorgungssicherheit einzelner Staaten ernsthaft gefährdet wäre. In diesem Fall könnte die Kommission vorübergehend Lieferungen genehmigen.