Die ETH Zürich baut in Luzern ein neues Kompetenzzentrum für Erdbeobachtung auf – finanziert durch eine Donation der Jörg-G.-Bucherer-Stiftung in Höhe von 100 Millionen Franken über zehn Jahre. Das sogenannte ETH Swiss Geolab soll ab 2030 rund hundert Mitarbeitende beschäftigen und zu einem weltweit sichtbaren Zentrum für datenbasierte Umweltbeobachtung werden.
MANUEL RICKENBACHER PHOTOGRAPHER
Das Herzstück des neuen Zentrums bildet eine technologische Plattform zur Integration und Analyse grosser Datenmengen aus Satelliten, Drohnen und Messstationen. Die Stiftung wolle «einen zukunftsweisenden Beitrag zur Stärkung des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Luzern leisten», erklärte Stiftungsratspräsident Dr. Urs Mühlebach per Medienmitteilung. Auch der Kanton Luzern beteiligt sich mit 2,8 Millionen Franken an der Infrastruktur.
ETH-Präsident Joël Mesot betonte: «Durch die einzigartige Partnerschaft mit der Jörg-G.-Bucherer-Stiftung erhalten wir die einmalige Chance, die Forschung und den Wissenstransfer in diesem wichtigen Bereich auf eine neue Ebene zu heben.»
Geleitet wird das Zentrum vom ehemaligen Nasa-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen, der seit 2023 Professor an der ETH ist. «Das Herzstück des Zentrums wird eine technologische Plattform sein, die uns erlaubt, grosse Datenmengen [...] miteinander zu verknüpfen. Damit können wir Dinge erkennen, die uns bisher verborgen waren», sagte der designierte Direktor Zurbuchen.
Ziel sei es, das volle Potenzial der Erdbeobachtung zu nutzen – etwa für Frühwarnsysteme bei Naturkatastrophen, Prognosen für die Landwirtschaft oder zur Überwachung ökologischer Veränderungen. Unterstützt wird Zurbuchen von ETH-Professorin Verena Griess, die als Vizedirektorin das Zentrum mitgestaltet. Der Aufbau erfolgt schrittweise, der Standort in Luzern soll ab 2027 bezogen werden.