In der Schweiz steigt die Zahl arbeitsloser Akademiker weiter deutlich an. Dies zeigen aktuelle Daten des Bundes, wie die NZZ berichtet. Demnach machten Hochschulabsolventen vor zwanzig Jahren noch rund 10 Prozent der Arbeitslosen aus, heute sind es über 34 Prozent – mehr als 46.000 Personen. Besonders betroffen sind technische und naturwissenschaftliche Berufe.
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Im Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) Zürich-Selnau zeigt sich das im Alltag: Immer häufiger sitzen dort ehemalige Kaderleute und Spezialisten. Die NZZ berichtet von einem 50-jährigen ETH-Doktor, elf Monate ohne Stelle, trotz langjähriger Erfahrung im Robotik- und KI-Bereich. «Ein ETH-Doktorat galt lange als Garantie für eine fixe Stelle. Das ist heute nicht mehr so», sagt Martin Widmer, stellvertretender RAV-Leiter.
Gründe für den Anstieg sieht die ETH-Konjunkturforschungsstelle in wirtschaftlicher Unsicherheit, KI-Fortschritten und einem wachsenden Überangebot an Gutqualifizierten. Gleichzeitig sinkt die Zahl ausgeschriebener Stellen auf universitären Jobportalen seit drei Jahren.