Altbundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre eigene Klimapolitik während ihrer Regierungszeit selbstkritisch bewertet. «Wahr ist: In meiner Amtszeit wurde national und international vieles auf den Weg gebracht. Das war und bleibt», sagte die frühere CDU-Vorsitzende bei einer Fastenpredigt im Kloster Maria Laach in Rheinland-Pfalz. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur.
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Zugleich räumte Merkel ein, dass die bisherigen Massnahmen nicht ausgereicht hätten. «Aber, und das ist der zweite Teil der Wahrheit: Es war nicht genug, um die Welt tatsächlich vor katastrophalen Entwicklungen der Erderwärmung zu bewahren. All das wussten und wissen wir. Aber es führte weder bei uns noch in vielen anderen Ländern zu ausreichendem Handeln.»
Vor rund 500 Zuhörern erinnerte Merkel die Politik an ihre Verantwortung in einer Welt im Wandel. Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt bleibe für sie die Frage, «ob wir Menschen tatsächlich willens und in der Lage sind, im Sinne des Vorsorgeprinzips zu handeln». Neben dem Klimaschutz nannte sie die sich verschärfende Sicherheitslage und die Regulierung sozialer Medien als zentrale politische Herausforderungen.
In ihrer Ansprache rief Merkel zudem dazu auf, für die Achtung der Menschenwürde und demokratische Werte einzutreten sowie Ausgrenzung entgegenzutreten. Christen sollten in diesen Debatten mutig sein und sich für Menschen einsetzen, die ausgegrenzt werden.
Die frühere CDU-Chefin zählt zu den Gastrednern der Fastenpredigten im Benediktinerkloster Maria Laach. Die Veranstaltungen finden während der Fastenzeit jeweils mittwochs statt. Als weitere Redner sind laut Abtei unter anderem der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, sowie der frühere Bundespräsident Christian Wulff angekündigt.