Im Februar noch hatte US-Generalstaatsanwältin Pamela Bondi auf Fox News von einer angeblichen Kundenliste Epsteins aus dem Sexhandel gesprochen, die «gerade auf meinem Schreibtisch liegt».
Vor ein paar Wochen dann stichelte Elon Musk auf X: «Es ist Zeit, die richtig grosse Bombe platzen zu lassen. Trump ist in den Epstein-Files. Das ist der wahre Grund, warum sie nicht veröffentlicht wurden». Diese Nachricht hat Musk inzwischen gelöscht.
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Am Montag teilten Bondi und FBI-Chef Kash Patel nun mit, dass es keine neuen Erkenntnisse gebe. Eine geheime Liste mit prominenten Namen aus der Politik oder aus Hollywood sei nicht gefunden worden.
Dies empört Trump-Fans. Sie hatten gehofft, der Präsident könne den «Deep State» kontrollieren – jener die USA lenkende angebliche Schattenstaat also, von dem sich Gegner des Polit-Establishments seit Jahrzehnten hinters Licht geführt fühlen. Die mangelnde Transparenz, welche Washingtons Erzkritiker der Regierung im Epstein-Fall vorwerfen, ist für sie ein weiterer Beweis für den langen Arms des «Deep State».
Der prominente Radiomoderator und Trump-Anhänger Alex Jones zum Beispiel, der 2022 wegen Verbreitung von Falschbehauptungen über den Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School zu 1,5 Milliarden Dollar Schadenersatz verurteilt worden war und im selben Jahr mit seiner Plattform Info Wars in Konkurs ging, versteht die Welt nicht mehr: «Das heisst also, dass der Sumpf gewinnt», sagte Jones in einem Video unter Tränen. Mit dem Sumpf meint er den «Deep State».
Milliardär und Investmentbanker Jeffrey Epstein wurde 2019 tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan aufgefunden. Ihm wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht und Prominenten zugeführt zu haben.