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Entwaffnungsminister Martin Pfister: Der VBS-Chef will Ex-Soldaten die Gewehre rauben. Das zeigen exklusive Recherchen der Weltwoche

Schusswaffentötungen sind in der Schweiz eher rar, kommen aber immer wieder vor. Oftmals sind es Männer, die ihre Frauen zu Hause umbringen. 41 entsprechende Tötungen sind in der Schweiz zwischen 2015 und 2022 registriert worden. Welche Waffen dabei zum Einsatz kamen, ist meist unklar. Gemäss einer Studie ermordeten die meist männlichen Täter Frauen in fünf Fällen mit einer ehemaligen Armeewaffe.

© KEYSTONE / GABRIEL MONNET
Le Conseiller federal Martin Pfister visite le stand de tir des Grandes Iles d?Amont lors de la Fete Federale de Tir des Jeunes, a Saint-Triphon, dimanche 10 aout 2025
© KEYSTONE / GABRIEL MONNET

Deshalb beabsichtigt die Schweizer Landesregierung jetzt, früheren Armee-Angehörigen die Waffen wegzunehmen. Dies dann, wenn sie diese zehn Jahre lang nicht mehr im Schiesssport verwendet haben. Das fordert eine Motion von SP-Nationalrätin Priska Seiler Graf, die die Landesregierung unterstützt. Justizminister Beat Jans (SP), der federführend ist für das Geschäft, ist es gelungen, eine Mehrheit seiner Bundesratskollegen von Seiler Grafs Anliegen zu überzeugen.

Recherchen der Weltwoche zeigen nun: Auch Martin Pfister (Mitte), Vorsteher des Eidgenössischen Verteidigungsdepartements (VBS), will Ex-Soldaten entwaffnen. Dies geht aus einer Stellungnahme des VBS hervor, die die Weltwoche, gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz, einsehen konnte.

«Der Antrag zur Annahme der Motion wird durch die Gruppe Verteidigung nicht in Frage gestellt», heisst es darin. Im VBS werden aber auch Bedenken geäussert: In der Armee fehle es offenbar an Kapazitäten und an Personal, um Behörden bei der Einziehung von Gewehren zur Hilfe zu kommen.

Dazu die Gruppe Verteidigung: «Es ist nicht auszuschliessen, dass die Kantone für die Lagerung und Vernichtung eingezogener Kleinwaffen auf die Armee zurückgreifen möchten. Die anfallenden Kosten für die erweiterte Lagerhaltung, die Lagerbewirtschaftung und schliesslich die Vernichtung der alten Waffen könnten nicht VBS-intern kompensiert werden.»

Martin Pfisters Departement erhofft sich deshalb, dass der Bundesrat die «Bedenken bei den personellen und finanziellen Auswirkungen» entsprechend berücksichtigt.

Bis jetzt ist die Motion von Seiler Graf im Parlament noch nicht behandelt worden. In bürgerlichen Kreisen dürfte der Vorstoss auf Widerstand stossen. Militärverbände verstehen die Welt nicht mehr. Stefan Holenstein, Präsident des Verbands Militärischer Gesellschaften Schweiz, sagte kürzlich: «Der Bundesrat traut offenbar der eigenen Milizarmee nicht mehr. Das ist ein Armutszeugnis.»

Nun wissen wir: Sogar Verteidigungsminister Pfister selbst vertraut den eigenen Ex-Soldaten offensichtlich nicht mehr. Dass ausgerechnet der VBS-Chef sich gegen eine jahrhundertealte Schweizer Waffentradition stellt, ist bemerkenswert. Aus dem Verteidigungs- ist ein Entwaffnungsminister geworden.

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