Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man glauben, in Berlin sei Rotfront an der Macht – mit dicken grünen Einsprengseln.
Täglich kommen Politvorstösse vom Senat, die Heidi Reichinnek von den Altstalinisten oder Jette Nietzard von den Jung-Grünen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.
Auf ein Enteignungsgesetz folgt das Kopftuch für Lehrerinnen, auf ein Verbot privater Autofahrten eine Mega-Unterkunft für Asylbewerber.
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Rot-Grün, was willste mehr?
Nur dass Berlin von einem schwarzen Bürgermeister regiert wird. Zugegeben, Kai Wegners Partner ist die SPD, aber die überholt der CDU-Mann lässig links.
Putzig, weil Wegner vor wenigen Jahren noch als rechter Rassist galt. Doch mit der Amtswürde kam das Damaskus-Erlebnis: Die Zukunft ist rot.
Nun muss man Berlin nicht unbedingt ernst nehmen. Die Kapitale ist miefiger als manches Provinzloch. Ernst nehmen muss man Wegners Partei, die CDU. Deren Vorsitzender ist Bundeskanzler. Auch er demontiert bürgerliche Grundsätze.
Das ist nicht provinziell – das geht an die Substanz.