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Engadiner Weltspitze: Die luxuriösen Monumente von St. Moritz dominieren das WW-Rating mit den besten Winterhotels. Hinter dem Erfolg stehen enorme Summen – und überragende Hoteliers

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Engadiner Weltspitze: Die luxuriösen Monumente von St. Moritz dominieren das WW-Rating mit den besten Winterhotels. Hinter dem Erfolg stehen enorme Summen – und überragende Hoteliers
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Sechs Luxushotels von Weltruhm in einem Dorf mit 5200 Einwohnern – das allein ist schon einzigartig. Aussergewöhnlich ist auch der wirtschaftliche Erfolg der Häuser. «Badrutt’s Palace», «Kulm», «Kempinski» und «Grace La Margna» haben ein weiteres Rekordjahr hinter sich; das «Suvretta House» erhielt einen neuen Spa und blieb deshalb im Sommer geschlossen, das «Carlton» ist nur im Winter offen. Angesichts der nie dagewesenen Nachfrage wird jetzt allseits eine Verlängerung der Sommersaison diskutiert, auch das «Carlton» überdenkt seine Öffnungszeit. Und es wird noch besser: Der Buchungsstand für den Winter ist extrem gut. Von einer Zurückhaltung der Gäste aus den USA etwa ist nichts zu spüren.

Engadiner Weltspitze: Die luxuriösen Monumente von St. Moritz dominieren das WW-Rating mit den besten Winterhotels. Hinter dem Erfolg stehen enorme Summen – und überragende Hoteliers

Der Erfolg der St. Moritzer Tophotellerie hat gute Gründe. Da ist einmal das Geld. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden rund 400 Millionen Franken in die Infrastruktur der sechs Häuser gesteckt. Für das letzte Jahrzehnt kommt man auf mehrere Milliarden. Einen ganz grossen Wurf landete das «Badrutt’s Palace» mit dem vor einem Jahr eröffneten «Serlas Wing». Der siebzig Millionen Franken teure Flügel mit 25 grandiosen Suiten ist durch einen Tunnel über die zweitlängste Rolltreppe der Schweiz mit dem Haupthaus verbunden. Obwohl die Nacht im Schnitt 8500 Franken kostet, war der neue Kontrakt selbst im August oft ausgebucht. Noch etwas teurer ist der berühmte «Palace»-Turm des legendären früheren Langzeitmieters Gunter Sachs. Über die Festtage blättert man hier für eine Nacht 40.000 Franken hin, in der Zwischensaison ist es die Hälfte.

Die jüngere Geschichte des «Palace» mit seinen zwölf Restaurants und dem exklusiven «Paradiso Mountain Club» am Suvretta-Hügel beginnt vor knapp zwanzig Jahren und hat märchenhafte Züge. Damals vermachte Mehrheitsaktionär Hansjürg Badrutt seinem Managing Director Hans Wiedemann völlig überraschend sein Aktienpaket im Wert von rund 300 Millionen Franken. Es war ein Geschenk, das heute glatte hundert Millionen mehr wert ist.

Traumpaar der Luxushotellerie

Indem er Wiedemann seine Aktien überliess, rettete Badrutt das Hotel vor den lauernden Immobilienhaien. Und Wiedemann, dieser charismatische Branchenstar mit grosser Vergangenheit in Asien und Australien, hatte nur ein Ziel: Er wollte dem gefährlich wankenden Monument die Seele zurückgeben, wollte wieder glamouröse Hotelgeschichte schreiben. Er schaffte es. Und wie! Bevor er sich vor acht Jahren, unterstützt von Gattin Martha und Tochter Rebecca, als Delegierter in den Verwaltungsrat zurückzog, landete er noch einen Volltreffer: Als operativen Nachfolger engagierte er Richard Leuenberger. Der brillante Hotelier mit Erfahrung auf drei Kontinenten entwickelt das Hotel seither mit durchschlagendem Erfolg weiter.

Grosse Pläne hat man im «Kulm Hotel». 60 Millionen Franken wurden in den vergangenen drei Jahren investiert, 125 weitere fliessen bis etwa 2030 schrittweise in Umbauten. Der griechische Reeder Stavros Niarchos hatte das «Kulm» in den siebziger Jahren dem Club Med vor der Nase weggeschnappt und zudem die Luftseilbahnen Corvatsch und Piz Nair gegründet. Seine Söhne Philip und Spyros investierten geschickt weiter und sind längst Ehrenbürger von St. Moritz. Zum «Kulm» gehören auch 34 Luxusresidenzen. Sie werden ausschliesslich vermietet. Die Miete für die grösste Residenz beläuft sich auf knapp eine halbe Million Franken. Im Jahr, wohlgemerkt. An Mietern hat es nie gefehlt. Dreissig Jahre lang hat Heinz Hunkeler senior das «Kulm» geführt. Heute tun das sein Sohn Heinz und dessen Gattin Jenny, die den Spa-Bereich managt. Die beiden sind das Traumpaar der helvetischen Luxushotellerie.

Ein Wellnessparadies kann heute matchentscheidend sein. Im «Suvretta House» wird deshalb pünktlich zur Wintersaison ein wunderschöner, dreissig Millionen Franken teurer Spa eröffnet. Der Palast am Suvretta-Hang – eine der begehrtesten Wohngegenden der Schweiz – ist seit der Gründung mehrheitlich in Händen der Zürcher Unternehmerfamilie Candrian. Jahrelang war «Dolder»-Besitzer Urs E. Schwarzenbach, der in St. Moritz eine Traumvilla neben Peter Spuhler besitzt, eine Art Lebensversicherung für das «Suvretta House». Nachdem der Palast schwierige Jahre überstanden hatte, zog sich Schwarzenbach zurück. Peter und Esther Egli verstehen es seit mehr als einem Jahrzehnt meisterhaft, das Monument in eine neue Ära zu führen.

Das Erfolgsrezept

Überhaupt sind es neben dem Geld vor allem die Menschen, die den Erfolg der St. Moitzer Luxushotellerie ausmachen. Das gilt auch fürs «Grand Hotel des Bains Kempinski». Dort sind in den vergangenen drei Jahren 65 Millionen in Erneuerungen geflossen – der Aufschwung des Hotels hängt aber eng mit dem Namen Konstantin Zeuke zusammen. Sein Team geht für ihn durchs Feuer. Und er scheut sich nicht, alte Zöpfe abzuschneiden. Dass er jetzt die klassische Sterneküche durch moderne, attraktive Neuerungen wie etwa das Lifestyle-Konzept «Crazy Pizza» ersetzt, ist gar eine kulinarische Revolution.

Dem «Carlton», das von der Besitzerfamilie Bechtolsheimer-Kipp alljährlich mit Millionen aufgefrischt wird, geben Stephanie und Michael Lehnort ein Gesicht. Möglicherweise, so die Hoffnung der Stammgäste, bald auch im Sommer. Und im ganzjährig geöffneten «Grace La Margna», dem Newcomer im Dorf, hat sich David Frei zum Aufsteiger des Jahres gemausert. Im coolen, hundert Millionen Franken teuren Hotel wurden die Erwartungen schon in den ersten beiden Jahren weit übertroffen.

St. Moritz wirbt zwar nicht mehr mit dem legendären Slogan «Top of the World». Doch der Ort ist wieder ganz oben. Die Baisse ist überwunden. Vor allem auch dank seinen Luxushotels. Deren Magie liegt in ihrer Geschichte. Und in ihren atemberaubenden Hallen. Dort geniesst der Gast, heute wie gestern, zur winterlichen Apérozeit grosses Kino in einer Intensität wie sonst nirgendwo. Wenn Trendforscher, Hellseher und Schwätzer ihre Studien zur Zukunft der Hotellerie präsentieren, habe ich jeweils ein Déjà-vu. Dann erinnere ich mich an César Ritz. Raffinierte Architektur, uneingeschränktes Eingehen auf die Wünsche des Gastes, Gespür für gesellschaftliche Entwicklungen, Luxus und ideenreiche Meisterküche: Das empfahl der König der Hoteliers schon vor 125 Jahren. Es ist exakt das Erfolgsrezept der St. Moritzer Hoteliers von heute.

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