Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj steht wegen drohender Stromausfälle im Winter unter Druck. Wie das Magazin Politico berichtet, wirft der ehemalige Chef des staatlichen Energieunternehmens Ukrenergo, Wolodymyr Kudryzkyj, Präsident Wolodymyr Selenskyj politisch motivierte Fehler und persönliche Vergeltung vor.
Kudryzkyj erklärt, die Ukraine stehe vor einem «sehr schwierigen Winter». Er sei überzeugt, dass die Führung in Kiew die Lage durch Fehlentscheidungen verschärft habe. Die gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe bezeichnete er demnach als haltlos und politisch motiviert. Nach seiner Darstellung solle er als Sündenbock für unzureichende Vorbereitungen auf die Energiekrise dienen, obwohl er seit mehr als einem Jahr nicht mehr im Amt sei.
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Der ehemalige Energiemanager geht laut Bericht davon aus, dass die Ermittlungen gegen ihn auf Anweisung des Präsidentenbüros eingeleitet worden seien. Die Regierung habe zu spät gehandelt und wertvolle Zeit verloren, um die Energieinfrastruktur gegen russische Angriffe zu sichern. Kudryzkyj sprach in diesem Zusammenhang von einem schweren Versagen der Regierung.
Zudem warnt er, die politische Führung habe grosse Angst vor öffentlicher Kritik, sollten in den kommenden Monaten grossflächige Stromausfälle eintreten.
Selenskyj erklärte laut Politico, Russland habe allein in einer Woche fast 1500 Angriffsdrohnen, über 1000 gelenkte Bomben und mehr als siebzig Raketen verschiedener Typen gegen die ukrainische Energieinfrastruktur eingesetzt.