Der Schweizer Energiekonzern Axpo stellt zwei Szenarien zur künftigen Stromversorgung vor und bringt dabei den Bau neuer Atomkraftwerke ins Spiel. Dies berichtet der Tages-Anzeiger. Die Axpo warnt, ohne Kurswechsel sei die Stromversorgung der Schweiz gefährdet.
Demnach skizziert der Konzern zwei mögliche Wege zu einer CO2-armen Energieversorgung. Ein Szenario setzt auf einen massiven Ausbau von Windkraft und Fotovoltaik sowie ergänzende Gaskraftwerke für den Winter. Das zweite sieht den Neubau von zwei grossen Kernkraftwerken vor, vorzugsweise an bestehenden Standorten wie Gösgen oder Leibstadt.
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Die Axpo knüpft ein mögliches Comeback der Atomenergie jedoch an klare Bedingungen. Ohne staatliche Risikoübernahme stehe ein Neubau «aufgrund untragbarer finanzieller Risiken» nicht im Vordergrund. Der Konzern sieht sich in erster Linie als Betreiber, während Bund und Politik die Finanzierung tragen müssten.
Hintergrund ist laut der Axpo eine drohende Stromlücke im Winter. Mit dem geplanten Ausstieg aus der Kernenergie falle mehr als ein Drittel der heutigen inländischen Winterproduktion weg. Gleichzeitig komme der Ausbau erneuerbarer Energien zu langsam voran. Für das Winterhalbjahr rechnet der Konzern mit einem zusätzlichen Bedarf von rund 25 Terawattstunden Strom.
Unabhängig vom Szenario fordert die Axpo zudem Änderungen bei der Förderung von Solaranlagen. Subventionen sollen künftig gezielter vergeben werden, insbesondere für Projekte mit Nutzen im Winter.