Seit ein paar Wochen tagt in Paris ein Konklave. Es vereinigt Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Politiker und Experten. Es geht um das Rentenalter und die Finanzierung der Bezüge.
Urbi et orbi düpierte Emmanuel Macron die laufende Versammlung: Es bleibe beim Rentenalter 64, verkündete er im Fernsehen.
Seit der Auflösung des Parlaments spielt der beleidigte Monarch innenpolitisch die Rolle des Spielverderbers. Als oberster Chef der Armee und Kriegsführer der Europäer in der Ukraine macht er keine bessere Figur.
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Als lächerlich und peinlich zugleich schilderten italienische Medien seine Einmischung in die Papstwahl.
Zum Fiasko geriet sein Versuch eines Comebacks im Fernsehen. Sein Auftritt begann in der «Tagesschau». Mehr als drei Stunden dauerte er. Ein neues Format musste her. Das Dekor schien nur aus Bildschirmen zu bestehen. Der Präsident kommentierte Strassenumfragen. Der Reihe nach wurde er von acht Experten befragt – gegen jeden wollte er recht behalten.
Macron verteidigt seine Bilanz und kämpft um seinen Platz in der Geschichte. Es war ein Marathon der Langeweile. Keine Idee, kein Projekt, keine Reform – lauter unverbindliches Palaver. Der Präsident, der die Nation retten wollte und jeden Gegner in Grund und Boden redete, wirkte wie ein erloschener Vulkan.
Geblieben sind seine Selbstgefälligkeit und Besserwisserei.
Emmanuel Macrons Zeremonie des Abschieds hat begonnen. Nach der Auflösung des Parlaments inszeniert der Präsident seine Selbstauflösung – öffentlich.