Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX hat russischen Truppen den Zugang zu Starlink-Terminals in besetzten Gebieten entzogen und damit deren Kommunikation an der Front empfindlich gestört. Das berichtet Politico unter Berufung auf abgefangene Funksprüche einer ukrainischen Aufklärungseinheit.
«Alles, was uns jetzt noch bleibt, sind Funkgeräte, Kabel und Tauben», sagte ein russischer Soldat laut den mitgehörten Übertragungen. Nach Angaben von Politico wurden die Mitschnitte dem Axel-Springer-Global-Reporters-Network zugänglich gemacht, dem das Magazin angehört.
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SpaceX begann Anfang Februar mit einer strengeren Verifikation der Geräte. Nicht registrierte Terminals wurden in russisch kontrollierten Gebieten deaktiviert, aktiv blieben nur vom ukrainischen Verteidigungsministerium freigegebene Geräte. Russische Soldaten klagten in den Aufnahmen über einen Totalausfall der Verbindung: Bilder würden nicht mehr übertragen, die Koordination breche zusammen.
Der von Elon Musk geführte Konzern reagierte damit auf die wachsende Nutzung von Starlink durch russische Einheiten. Die mobilen Terminals gelten als zentrales Instrument moderner Gefechtsführung, weil sie Drohnenbilder in Echtzeit übertragen und Artillerieeinsätze koordinieren können. Laut Berechnungen auf Basis von Daten des Institute for the Study of War gewann die Ukraine in den Tagen nach der Abschaltung rund 77 Quadratmeilen im Südosten zurück.
Inzwischen habe der russische Beschuss wieder zugenommen, allerdings vor allem gegen bereits bekannte und eingemessene Ziele. Russische Einheiten müssten stärker auf klassische Funkverbindungen ausweichen – und seien damit leichter abhörbar.