Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Ein Peruaner klagt in Deutschland gegen den Energieriesen RWE wegen der Klimaerwärmung. Das ist grotesk. Peru selber ist einer der grössten Umweltsünder

In diesen Tagen wird am Oberlandgericht Hamm gegen den RWE-Konzern verhandelt. Der Kläger Saúl Luciano Lliuya, ein Bergführer aus Peru, macht den deutschen Energieriesen dafür verantwortlich, dass in den Anden die Gletscher schmelzen.

Der Fall liegt schon seit zehn Jahren bei den deutschen Gerichten. Doch einiges weist darauf hin, dass Lliuya Erfolg haben könnte. Immerhin reiste eine Delegation des Gerichtes 2022 mit einem veritablen Pressetross nach Peru, um sich in den Bergen von Huaraz vor Ort ein Bild vom angeblichen Schaden zu machen. Kein Gericht der Welt betreibt einen derartigen Aufwand, um die Klage dann abzuweisen.

CHRISTOPHER NEUNDORF / KEYSTONE
epa11973155 Peruvian farmer Saul Lliuya waits for his trial against RWE AG at the Higher Regional Court in Hamm, Germany, 19 March 2025
CHRISTOPHER NEUNDORF / KEYSTONE

Die Reisekosten von 320.000 Euro wurden zwar von Germanwatch vorgeschossen. Für die linke NGO (Jahresumsatz: 8,1 Millionen Euro) mag das ein Klacks sein. Doch auch Germanwatch würde den Aufwand nicht betreiben, wenn man sich nicht zumindest einen Propaganda-Erfolg versprechen würde. Und sei es nur durch Spenden, welche durch die Publizität generiert werden.

Man hätte auch einen Bergführer aus den Alpen nehmen können, wo sich die Gletscher, genau wie in den Anden, seit dem Ende der Kleinen Eiszeit vor rund 160 Jahren, auf dem Rückzug befinden. Doch mit Fritz Müller aus Zermatt lässt sich nicht so gut Geld scheffeln wie mit dem vermeintlichen Indio Lliuya aus Huaraz. Er ist zwar, wie die allermeisten Peruaner, ein Mestize, der mit den Inkas noch etwa so viel zu tun hat wie die heutigen Deutschen mit den alten Germanen. Doch der kitschige Winnetou-Mythos vom edlen Wilden ist stärker als jede Realität.

Dass ausgerechnet ein Peruaner die Deutschen wegen Klimasünden verklagt, ist nachgerade grotesk. Anders als Deutschland unternimmt Peru rein gar nichts gegen die angebliche Klimakatastrophe. Im Gegenteil. Ganze Heerscharen von illegalen Goldgräbern und Koka-Bauern verseuchen den Amazonas weitgehend ungehindert. Dahinter stehen keineswegs transnationale Firmen, sondern einfache Leute wie Saúl Luciano Lliuya. Und der korrupte Staat kassiert beim illegalen Umweltfrevel kräftig mit.

Die deutschen Richter tun den Peruanern keinen Gefallen, wenn sie ihnen Geld schicken. Der ebenso falsche wie einträgliche Winnetou-Mythos verleitet sie vielmehr dazu, sich als Opfer fremder Mächte aufzuspielen und jede Verantwortung für die selbst verursachten Katastrophen weit von sich zu weisen. Vom Schacher mit dem schlechten Gewissen profitieren natürlich auch Hilfswerke wie Germanwatch. There is no business like climate business.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.