Ein neuer Kampfbegriff: «Menschenverachtend» ist der jüngste rhetorische Beitrag zur Tyrannei der Gutmenschenwerte
Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Ein neuer Kampfbegriff: «Menschenverachtend» ist der jüngste rhetorische Beitrag zur Tyrannei der Gutmenschenwerte

Immer häufiger hört man in der letzten Zeit, gewisse Äusserungen seien «menschenverachtend». Was ist damit gemeint?

Offenbar ist Menschenverachtung der Gegenbegriff zu Menschenwürde. Beide Begriffe sind in extremer Weise unbestimmt – und gerade deshalb eignen sie sich dazu, zu tabuisieren und zu polemisieren. Niemand kann diese Begriffe näher bestimmen, und deshalb können sie unkontrolliert und autoritär verwendet werden.

ANTHONY ANEX / KEYSTONE
Personen protestieren waehrend einer antifaschistischen Demonstration unter dem Moto "Kein Platz fuer Rechte Hetze - Bern bleibt Nazifrei!", am Samstag, 21
ANTHONY ANEX / KEYSTONE

Der erste Satz des deutschen Grundgesetzes besagt ja, dass die Menschenwürde unantastbar sei – wohlgemerkt: «ist» unantastbar, und nicht: soll sein. Es handelt sich also um die reine Form eines Tabus, das auch nötig ist, um ein Rechtssystem ohne Gott zu stabilisieren. Wenn nun aber jemand etwas Menschenverachtendes sagt oder tut, tastet er die Menschenwürde an und begeht einen Tabubruch. Er kann deshalb nur ein Unmensch, ein Gesetzloser, ein outlaw sein. Und hier wird deutlich, dass das Urteil «menschenverachtend» das ultimative moralische Unwerturteil ist.

Wir haben uns ja daran gewöhnt, dass der linke Mob jeden mit vom rot-grünen Mainstream abweichender Meinung als «Nazi» aburteilt. Linke Edelfedern dagegen sprechen dann eben von «menschenverachtend». Aber der Sinn ist derselbe: Abweichende Meinungen sollen nicht nur zum Schweigen gebracht, sondern als unmenschlich gebrandmarkt werden.

Das passt zur extremen Moralisierung der Politik, die für die letzten Jahre charakteristisch ist. Und «menschenverachtend» ist der jüngste rhetorische Beitrag zu dieser Tyrannei der Gutmenschenwerte.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.