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Ein Jahr nach Solingen-Anschlag: Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bleibt getrübt, Vertrauen in die Politik gering

Ein Jahr nach dem islamistisch motivierten Anschlag auf ein Stadtfest in Solingen, bei dem drei Menschen getötet und acht verletzt wurden, ist die Verunsicherung in der Bevölkerung weiterhin spürbar. Laut einer vom WDR in Auftrag gegebenen Umfrage fühlt sich jeder dritte Solinger nicht sicher – in den Monaten nach der Tat waren es sogar 60 Prozent, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

FEDERICO GAMBARINI / KEYSTONE
Ein Jahr nach Solingen-Anschlag: Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bleibt getrübt, Vertrauen in die Politik gering
FEDERICO GAMBARINI / KEYSTONE

Besonders gravierend: 55 Prozent der Befragten gaben an, wenig oder kein Vertrauen in Politik, Polizei und Behörden zu haben. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) kündigte an, die Landesregierung wolle «das Maximale für die Sicherheit tun, was ein Rechtsstaat tun kann». Laut Wüst wurde das umfassendste Sicherheitspaket in der Geschichte Nordrhein-Westfalens beschlossen – mit mehr Personal in Ausländerbehörden, einer Reform des Verfassungsschutzgesetzes und stärkerer Polizeipräsenz im digitalen Raum.

Der Anschlag veränderte auch die Sicht auf die Migrationspolitik: Knapp jeder Vierte sagte laut FAZ, die Tat habe seine Haltung zur Flüchtlingsaufnahme kritischer werden lassen. Dennoch hielten 73 Prozent an ihrer bisherigen Meinung fest – viele davon schon zuvor kritisch, andere weiterhin zugewandt.

Am Samstag soll am Ort des Anschlags in der Solinger Innenstadt der Opfer gedacht werden. Der Tatverdächtige, der als Asylbewerber nach Deutschland gekommen war, steht derzeit in Düsseldorf vor Gericht. Das Urteil wird für September erwartet.

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