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Ein Klub in Flammen, Handys in der Luft: Die Tragödie von Crans-Montana markiert einen Wendepunkt in unserem Verhältnis zur Wirklichkeit

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Ein Klub in Flammen, Handys in der Luft: Die Tragödie von Crans-Montana markiert einen Wendepunkt in unserem Verhältnis zur Wirklichkeit
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Ein paar Stichworte genügen: Crans-Montana, Feuerfontänen aus Champagnerflaschen, junges Publikum – und plötzlich brennt die Decke. Und trotzdem: Handys oben, Gelächter, «Wow»-Rufe – schnell noch ein Clip für die Story. Erst als der Raum zur Falle wird, bricht Panik aus.

Sie filmen, wie sie verbrennen. Das ist der Schock dieser Videos – und der Grund, warum uns diese Bilder nicht mehr aus dem Kopf gehen werden.

Ein Klub in Flammen, Handys in der Luft: Die Tragödie von Crans-Montana markiert einen Wendepunkt in unserem Verhältnis zur Wirklichkeit

Genau daran entzündet sich – neben grosser Trauer und Anteilnahme – bei vielen das Unverständnis: «Generation Smartphone», «natürliche Auslese», «zu dumm, um zu fliehen». Solche Kommentare liest man jetzt überall.

Nein, diese Jugendlichen haben nicht irrational gehandelt. Sie folgten einem Reflex, der ihnen seit Kindheit antrainiert worden war: Alles wird erst real, wenn es übers Display gegangen ist. Wer etwas erlebt, dokumentiert. Wer nicht dokumentiert, hat etwas verpasst.

In dieser Logik ist das Feuer zuerst Spektakel – und dann Content. Die Gefahr kommt zeitversetzt im Kopf an, weil bisher jedes Drama nur als Bildschirmsimulation existiert hat: brennende Städte in der Ukraine, Bomben im Nahen Osten, Fluten, Erdbeben – alles im selben Feed wie Katzenvideos und Schminktipps. Das Gehirn lernt: Das Schlimme gehört in dieselbe Schublade wie das Unterhaltsame – im endlosen Strom des Absurden, Belanglosen, Schrecklichen. Man wischt einfach weiter.

Crans-Montana ist der Moment, in dem diese beiden Welten kollidieren: Plötzlich gibt es keinen swipe mehr, nur noch Rauch, Hitze, Schreie. Das Entsetzliche der Aufnahmen ist nicht nur das Feuer, sondern diese paar Sekunden Verzögerung, in denen sich die Realität gegen die Medienillusion durchsetzt.

Diese Jugendlichen sind nicht dümmer als frühere Generationen – sie sind radikaler an eine Welt gewöhnt, in der alles jederzeit rückgängig, speicherbar, teilbar scheint. Dass ausgerechnet sie von einem realen Feuer eingeholt werden, das keine undo-Taste kennt, macht das Drama von Crans-Montana so sinnbildlich für unsere Zeit.

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