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Ein 48-Sekunden-Interview mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales geht viral. Zu Recht. Selten wurde in so kurzer Zeit so viel gesagt. Die Sequenz offenbart die grosse Schwäche von Wikipedia

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Ein 48-Sekunden-Interview mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales geht viral. Zu Recht. Selten wurde in so kurzer Zeit so viel gesagt. Die Sequenz offenbart die grosse Schwäche von Wikipedia
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Seit über zwei Jahrzehnten wird Wikipedia mit Lob überschüttet. Die 2001 gegründete Internet-Enzyklopädie gehört weltweit zu den zehn meistbesuchten Websites, in Deutschland ist sie gar unter den Top Five. Kostenloses Wissen für alle Menschen. Wer kann dagegen etwas haben?

In jünger Zeit geriet Wikipedia indes zusehends unter Beschuss. Die «Schwarm-Intelligenz» hat Schwachstellen. Das Problem sind nicht die Fakten. Sondern deren Gewichtung und Deutung. An konkreten Beispielen lässt sich aufzeigen, wie einfach Wikipedia zu manipulieren ist.

Ein 48-Sekunden-Interview mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales geht viral. Zu Recht. Selten wurde in so kurzer Zeit so viel gesagt. Die Sequenz offenbart die grosse Schwäche von Wikipedia

An der Wahlurne und in der Mode hat die Mehrheit immer recht. Das ändert nichts daran, dass sich der Mainstream bisweilen fürchterlich irren und verrennen kann. Wahrheit und Wissenschaft sind undemokratisch. Einer der härtesten Wikipedia-Kritiker ist Elon Musk. Kürzlich hat er Grokipedia als KI-gesteuerte Alternative zu Wikipedia lanciert.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales gibt Gegensteuer. Er verteidigt sein Modell in einem kürzlich lancierten Buch: «The Seven Rules of Trust» (Die sieben Regeln des Vertrauens) – eine Art Manifest gegen die Polarisierung rund um den US-Präsidenten Donald Trump. Ohne Vertrauen, so die Kernbotschaft, läuft nichts auf dieser Welt. Doch Vertrauen muss man sich erst erarbeiten.

Wales befindet sich zurzeit auf einer globalen Promo-Tour für sein Buch. Das Interview mit dem deutschen Podcaster Tilo Jung war eines von vielen. Doch es dauerte gerade mal 48 Sekunden. Jung konfrontiert Wales zum Auftakt mit der umstrittenen Frage, wer nun der wahre Gründer von Wikipedia sei: Er oder Larry Sanger? Wales will nicht darauf eingehen, Jung insistiert, Wales weicht aus, Jung insistiert – Wales verlässt das Studio entnervt.

Nun wäre denkbar, dass das Ganze eine Inszenierung ist. Jeder Medienprofi weiss, dass nichts mehr Aufmerksamkeit generiert als ein Interviewgast, der das Studio verlässt. Es ist auch möglich, dass Wales tatsächlich die Nerven verloren hat. Vielleicht war die Aktion eine kalkulierte Drohung an künftige Interviewpartner: Es wird nur über mein Buch gesprochen, sonst bin ich weg!

Wir wissen es nicht. Die Fakten sind klar, doch das Entscheidende liegt in deren Deutung und Gewichtung. Die 48 Sekunden offenbaren mehr über das Kernproblem von Wikipedia als tausend Worte. Dieses Problem wird allerdings auch die künstliche Intelligenz nicht lösen. Die Wahrheit wird nie serviert, wer nach ihr sucht, muss seinen eigenen Grips anstrengen. Auf Neudeutsch würde man sagen: «There is no such thing as a free lunch.»

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