Das britische Wirtschaftsmagazin The Economist bezeichnet die japanische Premierministerin Sanae Takaichi als die «mächtigste Frau der Welt». Nach dem historischen Erdrutschsieg ihrer Liberaldemokratischen Partei (LDP) bei den Unterhauswahlen am 8. Februar 2026 verfügt Takaichi über ein beispielloses politisches Mandat, um Japan grundlegend zu transformieren. Mit einer Zwei-Drittel-Supermehrheit im Unterhaus ist sie die erste Frau an der Spitze Japans, die eine derart uneingeschränkte Machtfülle geniesst.
KIM KYUNG-HOON / POOL / KEYSTONE
Der Economist hebt hervor, dass Takaichi eine Chance erhält, die sich nur einmal in einer Generation bietet, um die drängenden demografischen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes anzugehen. Sie personifiziert den Bruch mit der alten Garde: Als Tochter einer konservativen Familie steht sie im Gegensatz zu den üblichen Polit-Dynastien Japans. Ihre politische Linie ist jedoch von hartem Realismus geprägt. Um den Erwartungen gerecht zu werden, muss sie nun die langfristigen Probleme Japans – von der alternden Bevölkerung bis zur wirtschaftlichen Stagnation – frontal angehen.
Besonders in der Sicherheitspolitik setzt die Premierministerin auf einen Kurswechsel. Takaichi treibt die Aufrüstung Japans voran und bricht Tabus, indem sie offen über die Stärkung der Verteidigungsindustrie und sogar über Nuklearwaffen diskutiert. Während sie international eine stabilisierende Rolle einnehmen könnte, warnen Beobachter vor ihrem ausgeprägten Nationalismus.