In mehreren Städten Nordirlands ist es die dritte Nacht in Folge zu Ausschreitungen gekommen. Besonders betroffen war die Kleinstadt Ballymena, wo sich rund 200 Personen Strassenschlachten mit der Polizei lieferten. Auch in Larne kam es zu Sachbeschädigungen, ein Freizeitzentrum wurde in Brand gesetzt. Die Polizei spricht von rassistisch motivierten Angriffen und Hassverbrechen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
Hintergrund der Eskalation sind Ermittlungen gegen zwei 14-jährige Jungen aus Rumänien, denen ein schwerer sexueller Übergriff vorgeworfen wird. Nach einer zunächst friedlichen Mahnwache am Montag kam es in den folgenden Nächten zu gewaltsamen Zusammenstössen. Laut BBC wurden 32 Polizeibeamte verletzt. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Polizeihunde und gepanzerte Fahrzeuge ein. Auch Unterstützungskräfte aus Schottland wurden angefordert.
In Ballymena wurden Häuser von Migranten beschädigt, vereinzelt Fahrzeuge in Brand gesetzt. Bewohner berichteten, sich mit sichtbaren britischen Flaggen an ihren Häusern schützen zu wollen. Premierminister Keir Starmer verurteilte die Vorfälle und sprach den Betroffenen seine Solidarität aus. Nordirlands Regierungschefin Michelle O’Neill bezeichnete die Gewalt als «rassistisch motiviert». Die Polizei nahm nach eigenen Angaben mehrere Verdächtige fest, darunter einen Mann, dem unter anderem versuchte Sachbeschädigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen werden.