Die US-Antidiskriminierungs-Behörde EEOC hat Ermittlungen gegen den Sportartikelkonzern Nike eingeleitet. Im Zentrum steht der Verdacht, dass sogenannte DEI-Programme zur Förderung von Diversität, Gleichstellung und Inklusion weisse Mitarbeiter systematisch benachteiligt haben könnten – insbesondere bei Entlassungen.
In einem Antrag an ein Bundesgericht in St. Louis wirft die Behörde Nike vor, Daten zur ethnischen Zusammensetzung der Belegschaft sowie zu Teilnehmern von Förderprogrammen nicht herausgegeben zu haben. Diese Informationen seien jedoch essenziell, um mögliche Gesetzesverstösse zu prüfen. Nike reagierte bislang nicht auf die Aufforderung zur Stellungnahme.
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Die Ermittlungen basieren nicht auf einer Einzelbeschwerde, sondern auf einer sogenannten Commissioner charge, die EEOC-Kommissarin Andrea Lucas bereits im Mai 2024 aus eigener Initiative erhoben hat.
Besonders im Visier der Ermittler: ob weisse Bewerber und Angestellte durch die Unternehmenspolitik von Nike strukturell benachteiligt wurden – etwa durch geringere Chancen auf Beförderung oder durch überproportionale Kündigungen.
Hintergrund ist die wachsende Kritik an DEI-Standards, die ursprünglich unter Präsident Barack Obama in der Bundesverwaltung eingeführt und später unter Joe Biden ausgeweitet wurden. Gegner der Programme – allen voran Vertreter der Trump-Regierung – sehen darin eine Abkehr vom Leistungsprinzip und sprechen von «umgekehrter Diskriminierung».