Lange galt Dieter Hallervorden als blödelnde Knallcharge der alten Frontstadt Berlin. Mittlerweile reiht er sich in die Reihe der Volksschauspieler ein und ist – nach dem Ableben von Willy Millowitsch (Köln) und Heidi Kabel (Hamburg) – der letzte Grosse seiner Zunft. Mit seinen knapp neunzig Jahren führt er das Berliner Schlossparktheater, einst Teil der Staatlichen Bühnen Berlins, derzeit in eine neue Saison, mit einem durchaus politischen Spielplan. Unser Autor Matthias Matussek, einst Berliner Theaterkritiker, porträtiert den Kabarettisten und Mimen Didi Hallervorden, der im Film «Honig im Kopf» spät im Leben seine grösste Rolle gefunden hat. Seite 12
Tomo Muscionico für die Weltwoche
Der Albtraum begann für die amerikanische Studentin Amanda Knox vor fünfzehn Jahren im italienischen Perugia. Die damals Zwanzigjährige sah sich in einen der aufsehenerregendsten Gerichtsfälle unserer Zeit verwickelt: Sie wurde des Mordes an ihrer britischen Mitbewohnerin angeklagt und verurteilt. Vier Jahre sass sie unschuldig im Gefängnis. Bis heute beschäftigt sich die italienische Justiz mit Knox. Wie sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen hat, erzählt die heute 37-Jährige Harold von Kursk. Sie sagt: «Meine Hoffnungen und Träume sind nicht zerstört worden.» Seite 30
Er ist das Gesicht des Kapitolsturms vom 6. Januar 2021: Jacob Chansley, bekannt als Schamane von QAnon. Daniel Ryser und Tomo Muscionico haben den Mann in Arizonas Wüste besucht. Dort blühen seit der Abwahl Trumps die Verschwörungstheorien. Wer ist der Mann, der zum Symbol der wirkmächtigsten Verschwörungstheorie der Gegenwart wurde? Wie ist es möglich, dass ein Viertel der US-Bevölkerung glaubt, was QAnon verbreitet? Nämlich, dass die Welt von einer Geheimregierung gesteuert wird, die satanistische Kinderschänderrituale praktiziert. Die beiden Schweizer meditierten mit Chansley vor dem state capitol gegen den «Deep State», beteten in einer schamanischen Zeremonie heimlich dafür, dass der 36-Jährige vom destruktiven Verschwörungsglauben abfällt, und wurden zusammen mit dem Schamanen beim Füttern von Pferden beinahe erschossen. Eine Reportage von einem Ort, wo sich der amerikanische Traum längst in einen Albtraum verwandelt hat. Seite 41–49
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