Der frühere deutsche Aussenminister Joschka Fischer hat die Europäische Union scharf kritisiert. «Ich bin sehr besorgt, dass unsere Zukunft extrem finster sein wird», sagte der 77-Jährige laut Merkur bei einem Auftritt an der Freien Universität Berlin. Besonders die EU-Institutionen griff Fischer frontal an: «Diese Blabla-Institutionen – sie machen mich krank. Sie sind ein Zeichen von Schwäche.» Europa stehe so schwach da wie nie seit 1945.
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Der langjährige Grünen-Politiker, einst überzeugter Befürworter der europäischen Integration, zeigte sich enttäuscht von der Handlungsfähigkeit der Union. «Wir Europäer sind den Herausforderungen nicht gewachsen», so Fischer. Auch an der deutschen Politik liess er kein gutes Haar: «Wir brauchen jemanden wie Adenauer, aber wir haben nur Friedrich Merz – und der ist kein Adenauer.»
Fischer forderte ein stärkeres, selbstbewussteres Europa, das sich als «letzter Zufluchtsort der liberalen Weltordnung» versteht.