Nach dem verheerenden Flammeninferno in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana mehren sich Hinweise auf gravierende Mängel im örtlichen Brandschutz. Ein Barbetreiber, der seit zehn Jahren in dem Walliser Skiort tätig ist, schildert im Gespräch mit Focus online massive Versäumnisse der Behörden: «Ich wurde in zehn Jahren genau zweimal kontrolliert. Nach der Eröffnung kam jemand von der Gemeinde und sagte, was ich umbauen soll. Dann kam er noch mal, um die Umbauten zu kontrollieren. Das war’s.»
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Trotz bekannter Defizite sei ihm mitgeteilt worden, es gebe «keine Strafen», selbst bei Verstössen gegen Fluchtwegvorgaben. Er sagt: «Weil meine Tür nach innen aufgeht und ich nicht genügend Fluchtwege habe, darf ich nicht mehr als sechzig Gäste im Innenbereich haben. Die von der Gemeinde sagten damals wörtlich: Wenn ich dagegen verstosse, gibt es keine Strafen. Aber wenn etwas passiert, muss ich allein die Konsequenzen tragen.»
Nach dem Brand mit mehreren Schwerverletzten stellen sich viele die Frage, ob im Gebäude der Bar «Le Constellation» je korrekt geprüft worden ist. «Wo waren die Feuerlöscher? Gab es überhaupt welche?», fragt der Insider.
Gemeindepräsident Nicolas Feraud gerät zunehmend unter Druck. Auf einer Pressekonferenz wich er konkreten Fragen zur letzten Kontrolle aus und verwies lediglich auf «jährliche oder zweijährliche» Prüfungen. Auf Nachfrage des Magazins Spiegel reagierte Feraud laut Medienberichten schroff: «Wer sind Sie, so etwas zu verlangen?» Die Weltwoche berichtete.