Man kann nicht sagen, dass Ursula von der Leyen ein scheues Mauerblümchen wäre. Sie teilt ordentlich aus, vor allem wenn sie die Souveränität kleiner europäischer Staaten gefährdet sieht.
Georgien etwa oder Moldau, die irgendwie von Russland bedroht werden. Gehören zwar nicht zur EU, aber wer will kleinlich sein, wenn man gegen Moskau keilen kann.
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Dänemark freilich gehört zur EU und damit auch Grönland – neben den Färöer-Inseln eines der drei Länder der dänischen Krone. Dänemarks Souveränität wird seit Monaten massiv bedroht – von den USA, deren Präsident die arktische Insel schlucken will.
Kopenhagen wehrt sich nach Kräften, hat die USA erstmals als Sicherheitsrisiko eingestuft, wie die Weltwoche berichtete. Lauwarme Unterstützung kommt von Schweden und Finnland.
Nur von der Leyen schweigt. Sogar noch, nachdem Donald Trump in Venezuela vorexerziert hat, wie er den Anspruch der USA auf die westliche Hemisphäre durchsetzen will – zu der er eben auch Grönland zählt.
Tatsache ist, dass sie Trump nicht verärgern will. Warum? Wegen der Ukraine, ein Nichtmitglied, dem man unverbrüchliche Solidarität versichert. Trump soll, um Himmels willen, irgendwie bei der Stange gehalten werden.
Da kann man schon mal ein kleines Mitgliedsland über die Klinge springen lassen. Prioritäten eben.