Wie jedes Jahr finden in der Sommersession die Fraktionsausflüge der Parteien statt.
Die SVP-Ratsmitglieder und ihre Gäste machen sich dieses Jahr auf den Weg zum Rütli. Auf der historischen Gründungswiese der Eidgenossenschaft in der Innerschweiz werden Bundesrat Guy Parmelin und Parteichef Marcel Dettling einige Worte an Anhänger der Rechtspartei richten.
So weit, so gut – so weit, so harmlos und unspektakulär.
Doch offenbar reicht diese Exkursion, damit bei der Operation Libero die Sicherungen durchgehen. Die Truppe um Co-Präsidentin Sanija Ameti schreibt ihren Mitgliedern: «Wir überlassen das Rütli nicht der SVP. Deshalb wollen wir am selben Tag aufs Rütli reisen. Vor der SVP. Und dort mit einer Aktion ein Zeichen für Demokratie, Zusammenarbeit und Freiheit setzten. Für unsere Heimat in Europa.» Und die EU-Turbos fügen dazu: «Wir reclaimen das Rütli!»
Hoffentlich kommt es auf dem historischen Flecken zu keinen unangenehmen Situationen. Das Rütli ist der falsche Ort für Selbstdarsteller und Wichtigtuer, und «reclaimen», zurückfordern, muss die Operation Libero schon gar nichts.