Daniel Levin ist in diesem als Thriller verpackten Tatsachenbericht einem verschwundenen Mann in Syrien auf der Spur, schreibt Monika Schmutz Kirgöz, Leiterin der Abteilung Mittlerer Osten und Nordafrika im EDA, in der Umschau «Bücher des Jahres» in der aktuellen Ausgabe der Weltwoche.
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Er trifft zwischen Istanbul, Beirut, Amman und Dubai auf Personen, an deren Zynismus, krimineller Energie, Mut, Weisheit und Menschlichkeit sich so viele Dramen, aber auch Hoffnungsmomente des Nahen Ostens ableiten lassen.
Ich habe «Zwanzig Tage» in weniger als zwanzig Stunden verschlungen und hatte immer wieder das Gefühl, den beschriebenen Gesprächspartnern in den vier Städten auch schon begegnet zu sein.
Das Buch, das im englischen Original «Proof of Life» heisst, ist tief, traurig und analysiert menschliche Abgründe schonungslos. Gleichzeitig gewährt es einen Einblick in bestehende Machtverhältnisse und die uns meist verborgene Welt der Kriegsgewinner. Syrien, das derzeit in aller Munde ist, lässt sich nach der Lektüre besser verstehen. Die Erzählung hat etwas entwaffnend Persönliches, und das Tempo ist atemberaubend. Dieses Buch eignet sich auch für Leserinnen und Leser, die keine Affinität zum Nahen Osten haben.
Daniel Levin: Zwanzig Tage: Die atemlose Jagd nach einer vermissten Person im Nahen Osten. Salis. 304 S.