Weltwoche: Herr Dohnanyi, wie geht es Ihnen eigentlich, dem erfahrenen Politiker und Bestseller-Autor, im doch schon etwas fortgeschrittenen Jungseniorenalter von über 90 Jahren?
Klaus von Dohnanyi: Das klingt ja fast schon spöttisch. (Lacht) Nein, ich würde mich als durchaus alt bezeichnen, ich bin doch schon 97. Aber es geht mir gut, ich bin in der Lage, den Debatten noch zu folgen, Ihre Zeitschrift regelmässig zu lesen und mich dafür zu interessieren, was auch Sie in der Perspektive der Entwicklungen in unserer Welt sehen. Es ist etwas problematisch, dass wir heute eine Situation haben, in der Europa es nicht schafft, sein Schicksal selber zu bestimmen, sondern dass wir immer noch ...