Zum ersten Mal seit seiner Rückkehr ins Präsidentenamt will Donald Trump Waffen an die Ukraine liefern – und wählt dabei einen ungewöhnlichen Weg: Die Nato soll als Verteiler dienen und die gesamten Kosten tragen. «Wir schicken Waffen an die Nato, und die Nato wird die vollen Kosten für diese Waffen erstatten», erklärte Trump gegenüber dem US-Sender NBC News.
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Laut Trump wird die Lieferung mit Hilfe einer speziellen präsidentiellen Vollmacht organisiert, die es erlaubt, auf bestehende Militärbestände der USA zurückzugreifen. Das Paket im Wert von rund 300 Millionen Dollar soll unter anderem Patriot-Raketen und Mittelstreckenraketen enthalten. Zwei mit der Entscheidung vertraute Personen bestätigten gegenüber NBC, dass diese Vollmacht aktiviert werde.
Die Ankündigung erfolgt nur kurz nach einem teilweisen Lieferstopp durch das US-Verteidigungsministerium, das seine eigenen Kapazitäten überprüfen wollte. Nun deutet sich eine Kehrtwende in der amerikanischen Ukraine-Politik an. Trump stellte klar: «Sie [die Ukrainer] müssen in der Lage sein, sich zu verteidigen.»
Gleichzeitig bekräftigte er jedoch seinen Wunsch nach einem baldigen Ende des Krieges. Der Krieg sei «schrecklich» und habe «den sinnlosen Tod von vielen Menschen auf beiden Seiten» zur Folge. Zwar hatte Trump im Wahlkampf vollmundig versprochen, den Krieg binnen 24 Stunden beenden zu können – dieses Versprechen wurde später jedoch relativiert.
Seine Aussage, er sei «nicht glücklich» mit dem Verhalten von Wladimir Putin, markiert zudem eine Abweichung von früheren Positionen, in denen er Russland oft mit Nachsicht begegnet war.