Mit Raketen und Drohnen zielt das iranische Regime auf Ölraffinerien, Häfen, Hotels in den benachbarten Golfstaaten. Das Kalkül: Die Golfaraber werden Druck auf Trump ausüben, den Krieg zu beenden. Vielleicht werden sie gar die US-Basen in ihren Ländern sperren. Das Sperrfeuer der fanatisierten Mullahs geht zünftig nach hinten los.
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«Das wenige Vertrauen, das zuvor noch bestand, ist nun vollständig zerstört», sagt der saudische Aussenminister Prinz Faisal. «Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel – politische, wirtschaftliche, diplomatische und sonstige – einsetzen, um diesen Angriffen ein Ende zu setzen.» Das Königreich werde dem iranischen Druck nicht nachgeben, «im Gegenteil, dieser Druck wird nach hinten losgehen.»
Die Golfstaaten wollen kein sofortiges Ende des Kriegs. Nach den Angriffen auf ihre Länder sehen die Staaten am Persischen Golf die iranische Theokratie als existenziellen Feind. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) tragen die Hauptlast der iranischen Angriffe: Seit die USA und Israel am 28. Februar den Krieg begonnen haben, wurden mehr als 2000 Drohnen und Raketen auf das Land abgefeuert. Über 80 Prozent davon richteten sich laut Angaben der Regierung der VAE gegen zivile Infrastruktur, darunter Ölanlagen, Raffinerien, Flughäfen, Häfen, Hotels und Rechenzentren, wie das Wall Street Journal berichtet.
«Dies ist ein Angriff auf eine friedliche Nation, eine Nation, die sich unermüdlich und sehr intensiv für die Diplomatie eingesetzt hat», sagte Sultan al-Dschaber, Minister für Industrie und fortschrittliche Technologien der VAE, in einem Interview. Besonders die Angriffe auf zivile Ziele bringen die Golfstaaten in Rage. «Lassen Sie mich das ganz klar sagen: Seit Beginn der iranischen Angriffe auf Katar haben die Drohungen und Angriffe auf zivile Ziele nicht aufgehört», sagte Madsched Al Ansari, ein Berater des katarischen Premierministers.
Alle sechs Staaten des Golf-Kooperationsrats haben bisher davon abgesehen, offen zurückzuschlagen. Umso entschlossener fordern sie, dass die USA das iranische Regime schwächen, bevor sie das Feuer einstellen. Schwächen heisst aus Sicht der Golfstaaten: komplett entwaffnen.
«Jede langfristige politische Lösung muss das gesamte Spektrum der Bedrohungen berücksichtigen, einschliesslich des iranischen Atomprogramms, der ballistischen Raketenkapazitäten und ihres Netzwerks regionaler Stellvertreter», so Sultan al-Dschaber.
Sieht ganz so aus, als hätte sich die dezimierte Führungsriege in Teheran zünftig verzockt.