Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Die Medien skandalisieren den Inhalt eines Telefongesprächs des ungarischen Aussenministers. Der wahre Skandal liegt in der Weitergabe geheimdienstlicher Informationen an die Medien

Anhören ( 1 min ) 1.0× +
Die Medien skandalisieren den Inhalt eines Telefongesprächs des ungarischen Aussenministers. Der wahre Skandal liegt in der Weitergabe geheimdienstlicher Informationen an die Medien
Die Medien skandalisieren den Inhalt eines Telefongesprächs des ungarischen Aussenministers. Der wahre Skandal liegt in der Weitergabe geheimdienstlicher Informationen an die Medien
0:00 -0:00
1.0×
100%
Mehr ▾

Die Washington Post publizierte unlängst in Wort und Ton Telefongespräche von Ungarns Aussenminister Péter Szijjártó. Motiv bilden die Wahlen in Ungarn, bei denen vor allem linke Kreise in den USA und die Politiker der EU Interesse an einem Scheitern der Regierung von Viktor Orbán haben. Denn es geht dabei um eine grundsätzliche Richtungswahl, die vor allem für Brüssel und die amerikanischen Demokraten von grösster Bedeutung ist: Löst man die riesigen Probleme Europas mit immer noch mehr EU – oder besser mit einer gewissen Machtrückverschiebung an die Nationalstaaten?

Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
Ungarns Aussenminister Péter Szijjártó vor einem Treffen in Brüssel
Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.

Skandalös ist nicht der harmlose Inhalt der Gespräche von Aussenminister Szijjártó, etwa mit dem russischen Aussenminister Sergei Lawrow. Dabei ging es um einen Austausch bezüglich vom Westen sanktionierter Geschäftsleute, bei denen – wie etwa auch Beispiele von in der Schweiz lebenden Russen zeigen – tatsächlich himmelschreiende Ungerechtigkeiten vorkamen.

Skandalös ist, dass Audioaufnahmen und Transkripte von vertraulichen Telefonaten eines ungarischen Ministers bei den Medien landen. Täter sind ganz ohne Zweifel Geheimdienste – und keineswegs ein «Recherchekollektiv», wie uns die NZZ weismachen will. Dass längst zurückliegende Telefongespräche vom August 2024 ausgerechnet unmittelbar vor den ungarischen Wahlen auftauchen, ist dem Blatt keinen kritischen Gedanken wert.

Die NZZ äussert kein hinterfragendes Wort über solche Abhörmethoden gegenüber einem angeblichen Partner der «westlichen Wertegemeinschaft». Kritisiert wird lediglich der Austausch von Ungarn und dessen Regierung mit Russland. Und dass das Kabinett von Viktor Orbán skeptisch ist gegenüber der Politik der Ukraine und dessen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Dass die westlichen Geheimdienste sich sogar mit EU-Partnern und angeblichen Nato-Freunden verwanzen, ist nicht neu. Selbst die angeblich so samtpfotene US-Regierung unter Barack Obama hat seinerzeit die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel heimlich abgehört. Was aber neu ist: dass die Geheimdienste das Abgehörte Wort für Wort an Journalisten weitergeben. Und neu ist, dass Schweizer Leitmedien das für absolut normal und ethisch unbedenklich halten.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 02.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.