Der Bundeskanzler hat einen Brief nach Brüssel geschrieben und bittet darum, über das Verbrenner-Verbot im Jahr 2035 noch einmal nachzudenken. Wenn man bedenkt, wie lange die Union schon darüber redet, dass das Verbrenner-Aus vom Tisch müsse, freut man sich, wenn nach Jahren nun tatsächlich ein Brief unterwegs ist.
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Noch kurioser wird die Sache, wenn man sich vor Augen führt, dass der CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz der Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen (CDU) einen Brief schreibt, die er selbst zur Spitzenkandidatin der konservativen Europäischen Volkspartei (EVP) gemacht hat, deren Vorsitzender Manfred Weber Vize-Chef der CSU ist.
In ihrer zurückliegenden Amtszeit hatte von der Leyen den Green Deal und das Verbrenner-Verbot selbst mit auf den Weg gebracht und wurde mit der Massgabe nominiert, ihren eigenen Unfug wieder abzuschaffen. Wenn es Ihnen unlogisch vorkommt, dass man jemanden erneut mit einem Spitzenamt betraut, dessen Politik man falsch findet, müssen Sie nicht an sich zweifeln. Es ist genau jene politische Logik, die sich selbst genügt und dazu führt, dass viele Menschen es einmal mit einer Alternative zu den etablierten Parteien versuchen wollen.
Aber nun hat ja Friedrich Merz den Brief geschrieben, in dem allerdings nicht wirklich das Verbrenner-Verbot abgeschafft werden soll, sondern lediglich Hybride und andere Zwittermotoren-Autos die Zeit überbrücken sollen. Wenn die Parteifreundin in Brüssel mal drüber nachdenken möchte. Bis dahin werden die deutschen Autobauer und ihre Zulieferer noch einige Zehntausend Leute entlassen. Aber schneller geht es nun mal nicht. Gerade in diesen Zeiten von Trump und Putin …